Sonderfunktionen für Aufzüge an Flughäfen

Rettungssteuerung
Die Rettungsfahrt dient zur Bergung von Verletzten bzw. Personen mit Behinderungen. Die Auslösung der Rettungsfahrt erfolgt über Kartenleser in Áußentableaus bzw. im Fahrkorb. Die Rettungsfahrt funktioniert sowohl im Normalbetrieb als auch im Brandfall. Das erste Auslösen über den Kartenleser im Außentableau oder im Fahrkorb startet die Rettungsfahrt, jedes weitere Auslösen gibt das jeweilige Tableau zur Fahrtanforderung frei. Während der Rettungsfahrt wird an den Etagenanzeigern der Lauftext "RETTUNGSFAHRT / RESCUE DRIVE" angezeigt.

 

Ersatzstrom-Steuerung
Bei Ausfall des Normalnetzes werden die Aufzüge mit Strom aus einer gesicherten Stromversorgung als Vollversorgung versorgt. Das Ersatznetz steht nach ca. 15 s zur Verfügung. Im Normalnetzausfall und Spannungswiederkehr nehmen die Aufzüge nach einer Startverzögerung den Betrieb automatisch wieder auf. Zur Beruhigung der Aufzugnutzer wird nach Spannungswiederkehr auf dem Etagenanzeiger im Fahrkorbtableau während der Startverzögerung "BITTE WARTEN / PLEASE WAIT" angezeigt. Beim Wiederstart bleiben die Fahrkorbtüren geschlossen und verriegelt. Die während der Wartephase gegebenen Kommandos werden gespeichert und nach Startfreigabe ausgeführt.

 

Boarding-Steuerung (Fluggastleitsystem)
Für Boardingvorgänge (meistens Bus-Boarding) schaltet der Aufzug in den Automatikbetrieb und gibt die für den vom Fluggastleitsystem vorgegebenen Boardingweg verfügbaren Innen- und Außenrufe frei. Der Boardingvorgang wird durch automatische Fahrten von Start- zur Zieletage unterstützt, es können aber jederzeit manuelle Fahrten von der Ziel- zur Startetage überlagert werden. Zum Starten eines Boardingvorgangs wird vom Fluggastleitsystem der Boardingweg als potenzialfreies Dauersignal vorgegeben. Wenn der Fahrkorb leer ist fährt der Aufzug zur Startetage und meldet an das Fluggastleitsystem 'Boardingweg xx bereit'. Während des Boardingvorgangs wird an den Etagenanzeigern der Lauftext "BOARDING" angezeigt. Der Boardingvorgang bleibt solange aktiv, bis das Fluggastleitsystem den aktivierten Boardingweg zurücknimmt. Für Boardingvorgänge stehen insgesamt 4 Boardingwege zur Verfügung.

 

Überwachung LAND/LUFT (§8-Überwachung)
Oft existieren Aufzüge, welche die Land-/Luft-Grenze überschreiten, d.h. einige Etagen befinden sich im LAND-Raum, andere im LUFT-Raum. Die Grenze zwischen LAND- und LUFT-Raum wird als §8-Linie bezeichnet und verweist damit auf den Paragraphen §8 Luftsicherheitsgesetz [LuftSiG] . An Aufzüge, die die §8-Linie überschreiten, werden besonders hohe Anforderungen hinsichtlich der Sicherheit und der Überwachung gestellt, um zu verhindern, dass diese zur unbefugten Überschreitung der §8-Linie und damit zum Einbruch in den LAND-Raum aus Richtung LUFT bzw. in den LUFT-Raum aus Richtung LAND benutzt werden können.

 

Zutrittskontrolle / Zoll- und Sicherheitsbereiche
Die Steuerung für Zoll- und Sicherheitsbereiche trennt den freien Verkehr des öffentlichen Bereiches vom Verkehr der Zoll- und Sicherheitsbereiche. Sobald Außenrufanforderungen aus bzw. Innenrufanforderungen zu Sicherheitsbereichen vorliegen wird dies im Fahrkorb am Etagenanzeiger mit dem Lauftext "SICHERHEIT / SAFETY" angezeigt. Außen- und Innenrufe des öffentlichen Bereiches haben Vorrang vor Anforderungen aus Sicherheitsbereichen. Die Bearbeitung von Anforderungen aus Sicherheitsbereichen beginnt erst dann, wenn aus dem öffentlichen Bereich keine Außen- und Innenrufe mehr vorliegen, der Fahrkorb geschlossen und leer ist. Solange Anforderungen aus Sicherheitsbereichen bearbeitet werden, müssen Außenrufe aus dem öffentlichen Bereich warten und werden erst wieder bearbeitet, wenn alle Anforderungen aus Sicherheitsbereichen abgearbeitet sind, der Fahrkorb wieder leer und geschlossen ist. Steht der Aufzug dem freien Verkehr des öffentlichen Bereiches wieder zur Verfügung wird der Lauftext am Etagenanzeiger im Fahrkorb wieder ausgeblendet.

Wechsel von Zoll- und Sicherheitsbereichen
Ist der Fahrkorb bei Abgabe eines Außenrufes aus Zoll- und Sicherheitsbereichen nicht leer, so wird der Außenruf auf WARTEN gesetzt und die Annahme durch Blinken der Außenrufquittierung angezeigt. Zum Leeren des Aufzuges vom öffentlichen freien Verkehr werden die öffentlichen freien Haltestellen abgeschaltet, d.h. es werden keine freien Außenrufe sondern nur noch Außenrufe von gesicherten Haltestellen angenommen und gespeichert.

 

Beachtung der §8-Linie
Sowohl die Zoll- und Sicherheitsbereiche als auch der öffentliche Bereich müssen dem LAND- bzw. LUFT-Raum zugeordnet werden. Der Wechsel zwischen LAND- und LUFT-Raum erfolgt ausschließlich mit leerem Fahrkorb und nur mit Anforderung von außen. Personen mit universeller Zugangsberechtigung können nach Anforderung des Aufzugs aus dem LAND-Raum ausschließlich freigegebene Innenrufe des LAND-Raumes anfahren. Umgekehrt können ausschließlich freigegebene Innenrufe des LUFT-Raumes angefahren werden, wenn der Aufzug im LUFT-Raum angefordert wurde.

 

Belade-Steuerung (Ver- und Entsorgung)
Für umfangreichere Transporte sind zur temporären Sperrung mit offenen Türen in einer Haltestelle die Aufzüge für Ver- und Entsorgung mit einer Beladefunktion ausgerüstet. Die Beladefunktion der Aufzüge kann vor Ort generell aktiviert oder deaktiviert werden. Die Anzeige der Beladefunktion erfolgt durch Leuchten des Türauf-Tasters im Fahrkorb und in den Haltestellen durch Anzeige "LADETAETIGKEIT" in den Etagenanzeigern. Etwa 20 Sekunden vor Ablauf der Ladezeit blinkt der Türauf-Taster im Sekundentakt. Wird der leuchtende oder blinkende Türauf-Taster bei noch aktiver Beladefunktion erneut betätigt, so wird die Beladezeit neu gestartet.

 

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